FAKS 2009
Erlebnispädagogisches Seminar der Fachakademie für Sozialpädagogik der ev. Diakonissenanstalt Augsburg 2009
Rezept für kleine Erlebnispädagogen
Man nehme zwei ehrenamtliche, engagierte Erlebnispädagogen bzw. Outdoor-Trainer, zwei hochmotivierte, sehr geduldige Lehrkräfte der Fachakademie und zwölf junge Menschen, die an ihre Grenzen stoßen und neue Erfahrungen machen wollen.
Dazu geben wir eine
gemütliche, kleine Hütte in Irsengund mit einem Grundstück,
welches zum abendlichen Beisammensein am Lagerfeuer einlädt. Außerdem
noch zwei Esslöffel intakte Wanderschuhe, einen Schutzhelm mit schicker,
heller Stirnlampe, eine Messerspitze Spülhandschuhe, Schutzanzüge sowie
warme Kleidung. Dann wird alles gut durchgemischt.
Der theoretisch vorbereitete Teig wird nun in drei Portionen geteilt
und an verschiedenen,
möglichst abgelegenen Stellen ausgesetzt. Nach einer Gehzeit von zwei bis
vier Stunden vereinen sich diese wieder zu einem leicht säuerlichen Ganzen.
Doch mit einer kleinen Prise Motivation, Humor und einer Ruhepause von einer
kurzen Nacht wird der Teig wieder locker und gut formbar.
Um den Teig optimal auf die
bevorstehende Entwicklung vorzubereiten, wird er vier Stunden lang auf 1868
Höhenmeter erhitzt, bis er völlig ausgelaugt den Gipfel seines
Backvorgangs erreicht. Nach einer kurzen Schonpause wird die Temperatur langsam
psychisch und physisch wieder auf Ausgangshöhe zurückgebracht, um
danach eine weitere, noch kürzere Nacht in geplanter Ruhe zu
verbringen.
Pünktlich um sechs Uhr wird dieser eiskalt abgeschreckt. Mit einem Schuss
guten
optimistischen
Zuredens beginnt das Endstadium, welches mit dem zweistündigen
Kühlprozess im Schneckenloch fast beendet ist. Zum Abschluss werfe man ihn
zweimal in ein kaltes Wasserbad und heraus kommen zwölf frischgebackene,
angehende Erzieher, die nun über neue Erfahrungen über sich selbst,
ihre Grenzen und das nötige Know How verfügen, um sich selbst
wohlverdient „kleine Erlebnispädagoginnen“ nennen zu
dürfen.
Abends verziert man das Ganze noch mit ein paar Streuseln guter Stimmung und ein bisschen mehr Gemeinschaftsgefühl, um es am nächsten Tag dekorativ anzurichten und auf die „Fahrt ins Leben“ zu schicken.
Regine Jehl/Jackie Dallinger/Melanie Somogyi mit Hilfe des restlichen Kurses
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