Planung Höhle
Hier einige grundlegende Tipps zur
Planung einer Höhlentour mit Kindern und Jugendlichen, sowie auch mit
Erwachsenengruppen...
Allgemeines/Vorbereitung
Checkliste von Informationen
Ausrüstung
Packen
Das Packen der Höhlenausrüstung sollte nie in Eile geschehen. Leicht
wird ein wichtiges Teil vergessen !
Vor dem Einpacken noch einmal jedes Teil auf Funktionsfähigkeit
überprüfen - z.B. Stirnlampe ein- und ausschalten, die Batterien und
den Ladezustand der Ersatzbatterien überprüfen.
Ab- und
Rückmeldung
Einen adäquaten Einsatz von Rettungsmaßnahmen im Ernstfall kann man
nur erreichen, wenn man ihn nicht selbst organisieren muss.
In einer Höhle funktionieren keine Handys, kein Notsender ist in der Lage,
durch meterdicke Felsschichten zu senden. Zudem ist auch meist vor Höhlen
kein Betreibernetz erreichbar. Und was wenn man selbst festsitzt ?
Deshalb darf man nicht versäumen, vor der Höhlenbefahrung alle
wichtigen Informationen bei einer zuverlässigen Person schriftlich zu
hinterlegen. Sinnvoll ist es auch, einen festen Zeitpunkt zu vereinbaren, bis
wann man wieder zurück sein möchte und ab wann Rettungsmaßnahmen
eingeleitet werden sollen.
Zu hinterlegende
Informationen
- Name der Höhle
- Genaue Anfahrt- und Zugangsbeschreibung der Höhle
- Zeitpunkt des geplanten Einstiegs
- Geplanter Zeitpunkt Rückkehr
- Ausrüstung
- Zweck und Ziel der Tour (z.B. Erstbefahrung, Tour mit Gruppe etc.)
- Telefonnummern der geeigneten Hilfe (möglichst regionale Höhlenrettung)
- KFZ- Kennzeichen und Parkplatz des Autos
-
Teilnehmerliste
Die Vertrauensperson muss gewährleisten, dass sie nach einem Überschreiten der Rückkehrzeit anhand der aufgeführten Informationen eine Alarmierung einleitet. Die Touren- bzw. Alarmzeit sollte den zu erwartenden Schwierigkeiten realistisch entsprechen, da es sonst im Notfall zu unnötigen und lebensgefährlichen Verzögerungen kommen kann. Wenn die Einschätzung schwer fällt, kann man bei den örtlichen Höhlenvereinen Rat holen.
Da Rettungs- und Suchaktionen sehr kostspielig werden können, ist für den Höhlenbegeher Pflicht, sich sofort nach dem Ausstieg bei nächster Gelegenheit beim "Alarmgeber" wieder zurückzumelden. Nicht selten wird ein Sucheinsatz ausgelöst, weil der angeblich Vermisste vergessen hat, sich zurückzumelden. Ein Höhlenbegeher darf nach seiner Abmeldung allerdings kein weiteres Höhlenziel hinzufügen, da ansonsten keine Angaben nutzlos sind. Nur wer vermisst wird, wird auch gesucht !!!
Hilfreich ist es, wenn der Höhlenbegeher bei den hinterlegten Informationen sein KFZ-Kennzeichen mit angibt. So kann die Rettungsmannschaft schon vor Beginn der eigentlichen Suche feststellen, ob das gesuchte Fahrzeug noch auf einem Parkplatz im Umfeld der Höhle geparkt ist und sich der Fahrer somit vermutlich noch in der Höhle befindet.
Grundausrüstung
Unter Grundausrüstung versteht man die persönliche Schutz- und
Befahrungsausrüstung, die der Höhlenbegeher auf alle Fälle
benötigt, unabhängig vom Charakter der Höhle. Sie muss
zweckmäßig, schnörkellos und robust sein. Jedes Teil der
Ausrüstung muss sicher und absolut zuverlässig sein, da letztendlich
das eigene Leben daran hängen kann.
Schutzkleidung
In der Höhle sollte man gegen Nässe, Kälte und Schmutz
geschützt sein. Daher gilt für die Ober- wie Unterbekleidung die Regel:
Warm, robust und möglichst wasserabweisend. Für nicht von Wasser
gefüllte oder durchflossene Höhlen reichen daher alte Klamotten, am
Besten mehrere Schichten mit einem Overall oder Blaumann darüber. Der
Höhlenprofi dagegen bedient sich eines "Unteroveralls" aus Fleece
worüber er einen Schlaz anzieht. Dies ist ein spezieller Overall für
Höhlenforscher aus Cordura oder Polyamid gefertigt und somit extrem
reißfest und robust. Ein Overall verhindert, dass sich die Kleidung an
Engstellen aufrollt und man dadurch stecken bleibt. Für sehr feuchte
Höhlen empfiehlt sich ein Schlaz mit wasserdichter Beschichtung. Bei sehr
engen Höhlen, in denen man viel auf den Knien unterwegs ist, empfehlen sich
zur Schonung der Kniescheiben Knieschützer.
Das Tragen eines Helmes in Höhlen ist nicht zuletzt wegen der nicht zu
unterschätzenden Gefahr von Kopfverletzungen durch Anstoßen an der
Höhlendecke unerlässlich. Ein Kletterhelm ist hier ausreichend, die
meisten Modelle bieten auch Möglichkeiten zur Befestigung von Stirn- und
Kopflampen. Wichtig ist, dass sich der Helm durch verstellbare Riemen an die
Kopfgröße anpassen lässt, damit er ordentlich sitzt. Er darf bei
einem Aufprall nicht verrutschen. In stark wasserführenden Höhlen
bietet sich ein Speleo-Helm an. Hier wurde auf Belüftungslöcher
verzichtet, somit ist der Helm gegen Tropfwasser von oben geschützt.
Gürtel
Ein Gürtel ist empfehlenswert, da sich daran Gepäckstücke oder
Ausrüstungsgegenstände wie z.B. der Batterypack einer Stirnlampe
befestigen lassen. Daher sollte der Gürtel neben einem festen Verschluss
auch einen Aufhängepunkt z.B. Karabiner für Material aufweisen.
Schuhe
Als Schuhe kommen Bergschuhe, Schürstiefel oder Gummistiefel mit fester
Profilsohle in Frage. Die Wahl der richtigen Schuhe richtet sich nach der
persönlichen Vorliebe und der zu befahrenden Höhle. So lösen sich
z.B. Bergstiefel in Höhlen mit viel Wasser gerne und schnell auf. Als
Mindestanforderung sollten die gewählten Schuhe eine feste Profilsohle,
guten Halt und Schutz der Knöchel mitbringen und leicht zu reinigen sein
(!).
Handschuhe
Um kalte, klamme oder schmutzige oder auch aufgerissene Hände zu vermeiden,
sind Handschuhe empfehlenswert. Diese können aus Leder oder Kunststoff sein.
Nach dem Gebrauch sollten die Handschuhe penibel ausgewaschen und getrocknet
werden, da sich ansonsten Pilze bilden können und die Handschuhe zu stinken
anfangen.
Beleuchtung
Oberste Sicherheitsregel beim Thema Beleuchtung ist, dass man stets mindestens
zwei voneinander unabhängige Lichtquellen mitführen sollte. Die
Beleuchtungsquellen sollten unterschiedlicher Bauart sein, um ein Versagen auf
Grund desselben technischen Defekts auszuschließen. Die Hauptlichtquelle
trägt man auf dem Helm, um beim Klettern oder Kriechen die Hände frei
zu haben.
Als mögliche Lichtquellen kommen für einen Höhlenbegeher die
Karbidlampe oder die mit Batterie betriebene Stirnlampe in Betracht. Die
Karbidlampe gibt ein helles, warmes Licht, welches durch Verbrennung von Acetylen
entsteht. Dieses wird durch Wasser und Karbid in einem Gasentwickler erzeugt, der
am Gürtel des Höhlenbegehers hängt. Vorteil der Karbidlampe ist
ihr helles Licht und die einfache, unanfällige Handhabung. Leider ist die
Karbidlampe teuer und produziert bei der Verbrennung Ruß und eine gewisse
Geruchsbelästigung. Zudem ist durch die offene Flamme am Helm beim Abseilen
oder Einseilen das Seil stark gefährdet.
Wem die offene Flamme am Kopf weniger behagt, greift auf batteriebetriebene
Stirnlampen zurück. Empfehlenswert sind einigermaßen wasserdichte
Modelle mit LED-Technik. Das Geheimnis der Lampen besteht darin, dass sie
anstelle der normalen Glühbirne Licht mit Hilfe von mehreren weißen
LED´s produziert. Damit übertrifft die Helligkeit und die Brenndauer
dieser Lampen alle anderen Elektrolampen. Ideal sind Modelle, bei denen
LED-Technik mit Xenon-Technik kombiniert ist.
Bei Elektrolampen sollte man immer darauf achten, Ersatzbatterien und
evtl. Ersatzglühbirnen dabei zu haben !!!
Schleifsack
Dies ist ein aus synthetischem, meist wasserdichtem Material hergestellter
Transportsack für zusätzliche Ausrüstung (Seil, Gurte, Erste
Hilfe, Ersatzbatterien, Fotoapparate etc.) Der Schleifsack ist schlank gebaut und
sehr glatt, um den Transport in Engstellen durchführen zu können und
das Hängenbleiben an oft rauhen Höhlenwänden zu verhindern.
Ob und wann ein Schleifsack mitgeführt oder Ausrüstung lieber direkt am
Körper getragen wird, hängt von der Beschaffenheit der Höhle und
der Dauer der Tour ab.
Erste
Hilfe
Zur obligatorischen Ausrüsten eines Höhlenforschers gehört ein
Erste Hilfe Päckchen. Bei längeren Höhlentouren sollte dieses
zusätzlich zum normalen Inhalt mindestens eine Rettungsdecke als
Kälteschutz enthalten !
Zusätzliche
Ausrüstung
Die für das Befahren von Höhlen nötige zusätzliche
Ausrüstung wie Klettergurte, Seilschlingen, Einseilzubehör etc. kann
bei den örtlich zuständigen Höhlenvereinen erfragt werden.
Bezugsquellen
Alle hier aufgeführten Ausrüstungsgegenstände und noch viel mehr erhalten Sie bei:
